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Osterbräuche

Kategorie: Osterbräuche

Das Osterei

Das Sinnbild des Osterfestes ist das Osterei. Zu Ostern werden Eier auf verschiedene Art und Weise bemalt oder mit unterschiedlichen Materialien verziert. Doch warum stehen ausgerechnet Eier in Verbindung mit dem Osterfest? Einerseits hängt der österliche Eierbrauch mit dem Ende der Fastenzeit, in der früher der Genuß von Eiern untersagt war, zusammen. Außerdem waren Ostereier bzw. österliche Zinseier als Teil österlicher Abgaben- und Sonderplichten zu verstehen. Seit Ende des 7. Jahrhunderts war es während der vierzigtägigen Fastenzeit verboten, Fleisch und auch die als “flüssiges Fleisch” bezeichneten Eier zu verzehren. Da die Hühner während dieser Zeit aber weiterhin Eier legten, war an Ostern ein Eierüberschuß vorhanden, der rasch zu reduzieren war. Man machte also aus der Not eine Tugend und trug zum Abbau des angestauten Eierberges bei. Die Eier wurden außerdem zum Symbol der Auferstehung Christi, weil seine Auferstehung aus dem Grab mit dem Schlüpfen von Küken aus der Schale verglichen wurde. Die Färbung der Eier ist 1615 durch einen Straßburger Handwerksmeister belegt..
Das Verstecken und Suchen von Ostereiern am Ostersonntag kann auf eine biblische Geschichte zurückgeführt werden. Als die drei Frauen, die am Ostermorgen zur Grabstätte Jesu gingen, bemerkten, daß der Stein vor dem Grab entfernt worden war, klagte Maria: “Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.” Allerdings ist das Verstecken von Ostereiern erst seit der Erfindung des Osterhasen belegt.

Der Osterhase

Das populärste Symbol zu Ostern ist wohl der Osterhase, der allerdings erst seit Mitte des 17. Jahrhunderts mit dem Osterfest in Verbindung gebracht wird, erstmals erwähnt in einer medizinischen Abhandlung von Georgius Francus um 1680. In der Reformationszeit machten evangelische Familien den Osterhasen zum Überbringer von Eiern. Populär wurde der Osterhase jedoch erst um das 19. Jahrhundert durch Bilderbücher zum Osterfest und durch die Schokoladen- und Spielzeugindustrie. Es dauerte jedoch noch einige Zeit bis sich der Brauch auch in der Landbevölkerung aufgrund der besseren Kenntnisse über den Hasen durchsetzte. Doch wie kam die Verbindung zwischen Ostern und Hase zu stande? Der Hase ist Sinnbild der Fruchtbarkeit. Er ist der Liebesgöttin Aphrodite und der Fruchtbarkeitsgöttin Ostara als heiliges Tier zugeordnet. Da er im Frühling auf der Suche nach Nahrung ist und dadurch auch in die Gärten der Menschen kommt und Ostereier keine gewöhnlichen Eier sind, war es naheliegend, den Hasen für die Ostereier verantwortlich zu machen. Der Hase wurde früher auf österlichen Bildbroten auch gelegentlich neben einem Ei abgebildet. Außerdem wurde versucht, den Osterhasen mit Psalm 104,18 in Verbindung zu bringen, denn dort ist von “Klippdachsen” die Rede. In den Übersetzungen wurde dafür das Wort “Hase” oder “Kaninchen” verwendet. Der Osterhase war zuerst bei evangelischen Familien bekannt, da es dort üblich war, die Ostereier zur Verschleierung ihrer Herkunft zu verstecken.

Das Osterfeuer und die Osterkerze

Am Ostersamstag wird zum Beginn der Liturgie das Osterfeuer entfacht, an dem auch die Osterkerze entzündet wird. Dies stellt ein zentrales Ereignis für alle Christen dar, da es das neue Licht versinnbildlicht, das mit Christus in die Welt gekommen ist. Die Osterkerze wird sogleich in einer feierlichen Prozession in die Kirche getragen. Weiterhin steht das Osterfeuer aber auch symbolisch für das Lichtwerden durch die Auferstehung Jesu Christi. Das Osterlicht brennt dann in den Gottesdiensten von der Osternacht bis Himmelfahrt auf dem hohen Osterleuchter. Anschließend wird die Kerze neben das Taufbecken der Kirche gestellt, wo sie zu Tauf- und Begräbnismessen leuchtet. An ihr wird auch die Taufkerze entzündet, da sie für den Ursprung des Lebens steht und Licht in die Dunkelheit bringt.
Entstanden ist das heutige christliche Osterfeuer aus dem heidnischen Frühlingsfeuer. Es symbolisiert die Sonne als Sieger über den langen kalten Winter und sichert die Ernte der Menschen: Die Sonne als Mittelpunkt unseres Lebens, denn ohne sie ist kein Leben auf unserer Welt möglich.

Das Osterlamm

Das Lamm ist im alten Testament ein Opfertier welches zum Passah-Fest von den Juden zum Gedenken an Gott geschlachtet wurde. Das Osterlamm symbolisiert Frieden und Wehrlosigkeit und ist durch das weiße Fell zugleich ein Zeichen für Reinheit. Auch Jesus Christus wird als Lamm bezeichnet: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt. Auf Kirchenbildern wird das Lamm oftmals mit Wundmalen und Siegesfahne dargestellt. Bei den heutigen Osterbräuchen wird das Osterlamm nach und nach vom Osterhasen und Osterei verdrängt. Das Osterlamm als Backwerk ist jedoch Mittelpunkt eines jeden festlich gedeckten Tisches zu Ostern. Es wird aus Rührteig gefertigt und mit einem Siegesbanner und einem Kreuzzeichen verziert

Das Osterwasser

Wasser wurde zum Gedenken an die germanische Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostara verehrt, dann Wasser steht für Leben und Fruchtbarkeit. Das Wasser spielt auch bei der christlichen Taufe eine zentrale Rolle. Oftmals wurde das Taufwasser am Ostersamstag geweiht und Gläubige nehmen das geweihte Wasser mit nach Hause, damit es sie vor Krankheiten und anderem Unheil schützt. Das Osterwasser enthält Segens- und Heilkraft. Aus diesem Grund badete man sich und sein Vieh früher am Ostermorgen in Bächen, Flüssen und Quellen, da man glaubte, daß das fließende Wasser Jugend und Gesundheit bringt. Noch heute werden Brunnen mit Osterschmuck verziert, um die Dankbarkeit für das lebenspendende und fruchtbarkeitsfördernde Wasser zu zeigen.

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